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	<title>Auf dem Weg zur inklusiven Schule - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-04-15T20:42:46Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in gsw-geschichte.de</subtitle>
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		<id>http://gsw-geschichte.de/index.php?title=Auf_dem_Weg_zur_inklusiven_Schule&amp;diff=70&amp;oldid=prev</id>
		<title>Steffens: Die Seite wurde neu angelegt: „==Auf dem Weg zur inklusiven Schule, zur Schule des Gemeinsamen Lernens==  In den Jahren vor der Einführung des Gemeinsamen Unterrichts an der Gesamtschule Wulfen gab es im Kollegium lebhafte Diskussionen. Die Auseinandersetzung mit dem Unbekannten, Ungewohnten stellte viele Kolleg*innen vor ungeahnte Herausforderungen. Zahlreiche Konferenzen, Einführungsveranstaltungen, Gesprächskreise versuchten, Ängste abzubauen und aufzuklären. Einige Kolleg*inne…“</title>
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		<updated>2022-10-28T22:06:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Die Seite wurde neu angelegt: „==Auf dem Weg zur inklusiven Schule, zur Schule des Gemeinsamen Lernens==  In den Jahren vor der Einführung des Gemeinsamen Unterrichts an der Gesamtschule Wulfen gab es im Kollegium lebhafte Diskussionen. Die Auseinandersetzung mit dem Unbekannten, Ungewohnten stellte viele Kolleg*innen vor ungeahnte Herausforderungen. Zahlreiche Konferenzen, Einführungsveranstaltungen, Gesprächskreise versuchten, Ängste abzubauen und aufzuklären. Einige Kolleg*inne…“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;==Auf dem Weg zur inklusiven Schule, zur Schule des Gemeinsamen Lernens==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Jahren vor der Einführung des Gemeinsamen Unterrichts an der Gesamtschule&lt;br /&gt;
Wulfen gab es im Kollegium lebhafte Diskussionen. Die Auseinandersetzung mit dem&lt;br /&gt;
Unbekannten, Ungewohnten stellte viele Kolleg*innen vor ungeahnte Herausforderungen.&lt;br /&gt;
Zahlreiche Konferenzen, Einführungsveranstaltungen, Gesprächskreise versuchten, Ängste&lt;br /&gt;
abzubauen und aufzuklären. Einige Kolleg*innen fuhren zu Gesamtschulen, die schon einige&lt;br /&gt;
Jahre Erfahrungen mit Integrationsklassen gemacht hatten. Sie konnten dort in mehreren&lt;br /&gt;
Klassen hospitieren und mit Kolleg*innen Gespräche über ihre Erfahrungen im Unterricht,&lt;br /&gt;
ihre Arbeitsbelastung durch den Gemeinsamen Unterricht, ihre Erfolge und auch Misserfolge&lt;br /&gt;
und über die Grenzen der Inklusion sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch, trotz der Aufklärung darüber, dass alle Schüler*innen, für die Förderbedarf&lt;br /&gt;
ausgewiesen war, nach ihren individuellen Lehr- und Förderplänen unterrichtet werden&lt;br /&gt;
sollten, gab es Verständnisschwierigkeiten. So bemerkte z.B. ein Kollege: „Wie soll ich denn&lt;br /&gt;
einem geistig Behinderten den Satz des Cavalieri beibringen!?“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Barriere im Kopf musste überwunden werden, und das war für viele Kolleg*innen nicht&lt;br /&gt;
leicht. Anschauung und einfachere Sprache könnten ein Mittel sein, auch einem Schüler mit&lt;br /&gt;
Förderbedarf diesen mathematischen Lehrsatz zu vermitteln. Aber ob das überhaupt nötig&lt;br /&gt;
ist, hängt vom individuellen Lehrplan dieses Schülers ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zweifel und Ängste waren so groß, dass die Lehrerkonferenz die Einrichtung einer&lt;br /&gt;
Integrationsklasse ablehnte. Die Lehrer und Eltern der Schulkonferenz votierten aber für die&lt;br /&gt;
Einführung des Gemeinsamen Unterrichts an der Gesamtschule Wulfen. Eine schwierige&lt;br /&gt;
Situation, die das Demokratieverständnis der Schulgemeinde stark auf die Probe stellte. Den&lt;br /&gt;
aufgebrachten Kolleg*innen wurde dann zugesichert, nicht in Integrationsklassen eingesetzt&lt;br /&gt;
zu werden, wenn sie dieses nicht wünschten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im August 1994 startete die erste I-Klasse. In der Folgezeit zeigte sich, dass Ängste und&lt;br /&gt;
Vorurteile überwunden werden konnten, bei einigen Kolleg*innen schneller als bei anderen.&lt;br /&gt;
Die neuen Schüler*innen trugen einen großen Teil dazu bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Integrationsklassen mit 4 bis 6 Schüler*innen mit Förderbedarf, Unterstützung durch&lt;br /&gt;
Sonderschullehrer*innen im Klassenteam, nach der 10-jährigen Schulversuchsphase mit&lt;br /&gt;
ständigen Berichten an das Schulministerium hatten sich die meisten Wogen geglättet und&lt;br /&gt;
die Vorbehalte gegenüber den Integrationsklassen wurden Geschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Notwendigkeit, Unterrichtsgegenstände differenziert darzustellen, auch mal mehr&lt;br /&gt;
zu veranschaulichen oder aus einer anderen Perspektive zu betrachten, profitierten auch&lt;br /&gt;
Schüler*innen ohne ausgewiesenen Förderbedarf vom Unterricht in den Integrationsklassen.&lt;br /&gt;
Nachgewiesen wurde, dass die Abschlüsse in den I-Klassen stets zu den besten des&lt;br /&gt;
jeweiligen Jahrgangs gehörten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leider veränderten sich die Arbeitsbedingungen nach der Schulversuchsphase. Die Schüler-&lt;br /&gt;
Lehrer-Relation verschlechterte sich. Geschick und Kreativität beim Unterrichtseinsatz waren&lt;br /&gt;
gefragt, um weiterhin gute Inklusionsarbeit leisten zu können. Die GSW hat viele&lt;br /&gt;
Protestnoten nach Düsseldorf geschickt. Wir wurden dafür abgemahnt, aber für mich gilt&lt;br /&gt;
weiterhin, dass guter Unterricht auch vernünftige Bedingungen gebraucht und dafür setzten&lt;br /&gt;
wir uns ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute haben sich die Begrifflichkeiten geändert, aus Sonderschullehrer*innen wurden zuerst&lt;br /&gt;
Förderschullehrer*innen, dann Lehrkräfte für sonderpädagogische Förderung.&lt;br /&gt;
Aus Schüler*innen mit Lernbehinderung wurden Schüler*innen mit dem Förderschwerpunkt&lt;br /&gt;
Lernen, aus Sprach- oder Körperbehinderung: Förderschwerpunkt Sprache bzw. motorische&lt;br /&gt;
Entwicklung, aus Geistiger Behinderung: Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung.&lt;br /&gt;
Aus ''Behinderung'' ist ''Förderung der Entwicklung… ''geworden. Ein anderes Vokabular,&lt;br /&gt;
vielleicht / hoffentlich eine andere Haltung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch ist die Entwicklung zur inklusiven Schule nicht abgeschlossen. Ich glaube, dass erst&lt;br /&gt;
dann, wenn die Kategorisierung von Schüler*innen wegfällt, wenn jede Schülerin und jeder&lt;br /&gt;
Schüler die jeweils beste individuelle Förderung erhält, die sie und ihn bei individuell besten&lt;br /&gt;
Leistungen unterstützt, erst dann ist Inklusion angekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entscheidung für den Gemeinsamen Unterricht war eine der wichtigsten und&lt;br /&gt;
wertvollsten Entscheidungen, die ich in meinen 41 Jahren an der Gesamtschule Wulfen&lt;br /&gt;
unterstützend begleitet habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Hildegard Steffens&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Steffens</name></author>
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